Zur Pfarrei Wolfsegg gehören die Orte: Sillen, Stetten, Widlthal, Judenberg, Zündergut, Schwarzhöfe, Sachsenhofen, Teufelschlag, Hermannstetten, Oel, Wall, Hohenwarth und Käfersdorf.

Ursprünglich gehörte Wolfsegg zur Pfarrei Duggendorf. Die Pfarrkirche wurde auf Drängen des Pfarrers Franz Bäumler von Duggendorf erbaut da sich die bis dahin genutzte Burgkapelle in einem erbarmungswürdigen Zustand befand. In seinem Schreiben an das Bischöfliche Ordinariat Regensburg begründet er dies wie folgt: „Wolfsegg besitzt eine Kirche, die den Namen Kirche nicht verdient. Es ist mehr ein Baustadel, an den Felsen hingepatzt wie die übrigen Häuser, enthält aber auch gar nichts, was zur Andacht stimmt und ist viel zu klein für die jetzigen Verhältnisse. Es ist keine Sakristei da, nur hinter dem Altar ein Raum, wo man sich nicht rühren kann, kein Beichtstuhl, auch kein Platz für einen solchen, nur ein Notgestell, wo man Krämpfe bekommt, wenn man eine Zeitlang darin sitzt“ (Zitat nach Schreiben von Pfarrer Franz Bäumler vom 14. November 1934 an das Bischöfliche Ordinariat Regensburg).

Den entscheidenden Anstoß gab ein Unglück bei einem Leichenbegräbnis im Herbst 1934. Bei der Überfuhr über die Naab, zur Pfarrkirche und zum Friedhof Duggendorf, versank beinahe der Kahn mit den Begräbnisteilnehmern samt Sarg. Aufgrund des Schreibens des damaligen Duggendorfer Pfarrers Franz Bäumler besichtigte Diözesanbischof Dr. Michael Buchberger die „Zustände“ in Wolfsegg und unterstützte den damaligen Bürgermeister und Kirchenpfleger Alois Bach bei der Gründung einer Pfarrkuratie samt Neubau einer Pfarrkirche. Ab 1. August 1936 übernahm Georg Rösch als Expositus die neue gegründete Expositur Wolfsegg.
Die Grundsteinlegung erfolgte durch Pfarrer Jakob Meier, der aus Teufelschlag stammte,  am 25. August 1935. Bereits am 21. November 1936 konnte die Kirche durch den Domkapitular Anton Doeberl geweiht werden, die feierliche Konsekration erfolgte am 11. Juli 1937 durch Bischof Michael Buchberger.
Dank vieler Spender konnte am 25. Mai 1939 die neue Orgel von der damaligen Organistin Fräulein Maria Beck eingespielt werden. Über 60 Jahre, von 1942 bis zu seinem Tod 2003, war Josef Dobler Organist und Chorleiter. Seit 2003 ist Oskar Schwarz jun. Organist.

1957 musste der Kirchturm und ein Teil des Kirchenschiffes wegen starker Setzungen unterfangen werden. 1965 erfolgte eine erste Innenraumrestaurierung, bei der die Altarmensa, (Altartisch) vom Hochalteraufbau getrennt und nach vorne gezogen wurde. Die letzte Außenrenovierung fand 1988 statt (Baufirma Wolfgang Pirzer, Wolfsegg).
Seit dem 1. Juli 1964 ist Wolfsegg eine Pfarrkuratie und seit dem 8.12.2001 eine Pfarrei.

Innenraum der Pfarrkirche von Wolfsegg

Das Gebäude ist eine Chorturmkirche mit einem Sattel- und Zeltdach. Sie ist in neuromanischem Stil aus Bruchsteinen errichtet worden. Das Baumaterial für die Kirche wurde aus den Steinbrüchen der Landwirte Johann Glockner aus Judenberg und Franz Biersack aus Krippersberg geliefert. Der Innenraum des Kirchenschiffs ist mit einer flachen Kassettendecke nach oben abgeschlossen. Zu dem Ensemble gehört das Leichenhaus, ein eingeschossiger Walmdachbau, sowie die ebenfalls aus Bruchstein errichtete Friedhofs- und Pfarrgartenmauer. An das Kirchengebäude angebaut ist der zweigeschossige, walmdachgedeckte Pfarrhof von Wolfsegg.
Die Pläne für den ersten Hochalter 1935 und die Kirchenstühle stammten von dem Regensburger Architekt Karl Wirthensohn; die Bauarbeiten wurden damals von Baumeister J. Küffner von Pielenhofen ausgeführt, die Steinmetzarbeiten der Altäre und der Kanzel übernahm Theodor Straßer, ebenfalls aus Pielenhofen.
Im Chorraum befindet sich ein großes Glasfenster, das Christus als König darstellt (gefertigt von der Fa. Schneider, Regensburg).
Die Kirche besitzt seit 1937 eine Marien- und Josefglocke. Die besonders schöne Klang der großen Christkönigsglocke ist seit 1962 zu hören. Alle Glocken wurden in der Glockengießerei Hamm in Regensburg gegossen.
Eine grundlegende Neugestaltung des Kirchenraumes erfolgte ab Frühsommer 2004 auf Initiative des damaligen Pfarrers Albert Vogl. Verändert wurde der Aufgang zur Empore – dessen renovierungsbedürftige Treppe der den eigentlichen Hauptgrund der Renovierung bildete – es kamen dann nach zweieinhalb Jahren andauernden Planungsarbeiten durch Architekt Hans Siegmüller noch ein neuer Beichtstuhl, neue Kirchenbänke samt passenden Sitzhocker für Priester und Minsitranten, eine neue Beleuchtung und ein neuer Bodenbelag hinzu. Auch der Altarraum wurde grundlegend neugestaltet. Volksaltar, Ambo, Tabernakel und Taufstein wurden nach einem Entwurf des Künstlers Alfred Kainz/Mallersdorf von der Firma Fürbacher-Walter/Vohburg aus Jurastein des Kelheimer Auerkalk gefertigt, welcher auch in der Walhalla und in der Befreiungshalle verarbeitet wurde.
Eine lebensgroße Statue der Gottesmutter mit Kind auf dem linken Seitenaltar sowie das große Kruzifix samt überlebensgroßem Korpus blieben auch nach der großen Innenrenovierung 2004 erhalten. Auch auf der Orgelempore befinden sich weiterhin die Figuren der hl. Teresia vom Kinde Jesu und die des hl. Konrad, sowie im  Hauptschiff eine Pietà, Statuen des hl. Nikolaus, des hl. Nepomuk und des hl. Franz von Xaver.  Unterhalb der Empore sind eine Herz-Jesu-Statue in einer kleinen gemauerten Nische und ein Relief der Heiligen Familie zu finden. Auch die beiden großen Erzengelfiguren, hl. Michael und hl. Gabriel, sind auch nach der Neugestaltung neben dem großen Christkönig-Glasfenster zu sehen. Vorher waren die beiden Statuen Teil des Hochaltares. Die zwei Glasfenster gleich linker Hand des Eingangs stellen die Schöpfung und das Gotteslamm dar.

Nach nur fünfmonatiger Umbauphase erfolgte am 29. Januar 2005 durch den damaligen Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller die feierliche Altarweihe. In der Altarmensa, also dem Altartisch, wurden Reliquien der Märtyrer Jucundus ( + nach 502) und Aurelia ( + um 304 oder um 451) sowie vom Diözesanheiligen Bischof Erhard ( + um 715/717 in Regensburg) verewigt.

Priester der Pfarrei:

01.08.1936 bis01.02.1944 Georg Rösch
1944 bis 1952 Luitpold Schosser
02.02.1952 bis 15.05.1957 Dr. Dr. Klaus Gamber
1957 bis 1967  Albert Melchner
1967 bis 1987  Joseph Hauer
1970 bis 1983 Bischöfliche Notar Alois Wenisch als Ruhestandspfarrer
1987 bis 1996 Heinrich Groß
01.09.1996 bis  2011 Albert Vogl
Seit 01.09.2011  Antony Karikenazhath

Aus der Pfarrei hervorgegangene Ordensleute und Priester:

Pfarrer Franz Kliegl aus Schwarzhöfe
Pater Karl Hofmann, Herz-Jesu-Missionar aus Wolfsegg
Schwester Aloisa Spangler, Dominikanerin Kloster Strahlfeld, aktuell in Afrika
Schwester Leomena Wein, Orden der Mallersdorfer Schwestern
Schwester Theresia Kliegl, Säkularorden Servitius Christi

Quellen: Dekanalamt Burglengenfeld (1989), Jubiläumsschrift der Christ-König-Kirche 1986, Zeitungsberichte, Wikipedia, geodaten Bayern

Burgkapelle St. Laurentius (Eigentum der Gemeinde Wolfsegg)

Die römisch-katholische Burgkapelle St. Laurentius gehört der Gemeinde Wolfsegg. Eine Nutzung erfolgt u.a. jährlich um St. Laurentius, dem 10. August durch die Pfarrei Christkönig Regelmäßig feiert dort auch die  Evangelisch-Lutherische Pfarrei Regenstauf-Lappersdorf Gottesdienst.
Die ehemalige Burgkapelle St. Laurentius stammt aus dem 14. Jahrhundert. 1508 erscheint sie erstmals in den Archiven und zwar als Marienkapelle, eine solche Widmung für eine Burgkapelle war durchaus ungewöhnlich. 1723 wird sie erstmals als Laurentiuskapelle erwähnt. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgten Umbauten.

Die Kapelle war die einzige Kirche in Wolfsegg, bis 1935/36 die Pfarrkirche Wolfsegg errichtet wurde. Aus den Rückerinnerungen von Pfarrer Franz Xaver Bäumler, dem damaligen Pfarrer von Duggendorf, anlässlich des 50 jährigen Gründungsjubiläums der Pfarrkuratie Wolfsegg, stammt ein Zitat von Diözesanbischof Dr. Michael Buchberger, als dieser die damalige Burgkapelle besichtigte: „Das ist ja ärmer als Bethlehem, da muss etwas geschehen!“
Heute ist das „erste“ Gotteshaus der Wolfsegger in einem sehr gepflegten Zustand, obwohl die Feuchtigkeit der an den Fels angebauten Kirche immer wieder zu schaffen macht.

Die ehemalige Burgkapelle steht auf gewachsenem Felsen am Südhang des Burgfelsens außerhalb der Burgmauern der Burg Wolfsegg. Die Kirche ist ein einschiffiger Saalbau mit Satteldach, das verputzte Türmchen ziert eine Zwiebelhaube. Über eine kleine Pforte in der Zwingmauer konnte sie von der Burg aus zur Herrschaftsempore, die jetzt nicht mehr vorhanden ist, betreten werden. Der Zugang zur Kirche erfolgt über den Rauchenberger Steig oder über den Kapellenweg von Norden her  ebenfalls vom Burgring ausgehend. Ein Abstieg von der Burg her über die Burggasse ist auch möglich.
Der Altar mit vier gewundenen Säulen stammt aus der Zeit um 1700. In der Kirche sind Holzfiguren des Hl. Sebastian und des Hl. Laurentius aufgestellt. Die Glocke stammt von 1798 und wird nach wie vor mit der Hand geläutet

Filialkirche St. Leonhard in Wall

Die Filialkirche St. Leonhard wurde um das Jahr 1200 im romanischen Stil errichtet und zählt damit zu den ältesten kirchlichen Bauwerken der Region.

In den 1970er Jahren befand sich die Kirche in einem derart schlechten baulichen Zustand, dass seitens der Pfarrei Christ König ein Abriss in Erwägung gezogen wurde. Dies hätte auch bedeutet, dass Beerdigungen im angrenzenden Friedhof nicht mehr möglich gewesen wären.

Dank der Initiative des damaligen Bürgermeisters Ludwig Renner sowie des tatkräftigen Einsatzes der Bewohnerinnen und Bewohner von Wall und Käfersdorf konnte die Kirche jedoch vor dem Verfall bewahrt werden.

Die inzwischen unter Denkmalschutz stehende Filialkirche wurde in den Jahren 1975 bis 1977 umfassend saniert. Die Maßnahmen erfolgten mit Unterstützung der staatlichen Denkmalschutzbehörde, die bis heute für die Bausubstanz der Kirche zuständig ist. Die Ausstattung liegt weiterhin in der Verantwortung der Pfarrei.

In Eigenleistung errichtete die engagierte Dorfgemeinschaft zudem ein neues Leichenhaus, baute die Bruchsteinmauer rund um das Areal wieder auf und übernahm sämtliche Pflasterarbeiten.

Regelmäßig finden in der Filialkirche zu den Hochfesten Gottesdienste statt. Auch Andachten und Hochzeiten können in dem kleinen Gotteshaus gefeiert werden. Der Friedhof wird – wie seit Jahrhunderten – weiterhin als letzte Ruhestätte der Pfarrmitglieder aus Wall und Käfersdorf genutzt.

Bau und Ausstattung

Die Kirche ist als Saalbau mit eingezogener Apsis errichtet. Der Turm wird von einer Zwiebelhaube mit Blecheindeckung bekrönt.

Im Mittelpunkt des Hochaltars steht der hl. Leonhard, dargestellt mit seinen  typischen Attributen, den Ketten und dem Krummstab. Zur weiteren Ausstattung zählen mehrere religiöse Darstellungen, darunter Maria als Himmelskönigin mit dem Jesuskind, die Heilige Familie auf der Flucht sowie Christus am Kreuz.

Die Filialkirche besitzt bis heute keinen Volksaltar; lediglich ein Ambo wurde in den letzten Jahren ergänzt.

Im angrenzenden Friedhof befindet sich zudem ein Brunnentrog mit der Jahreszahl 1870, der ein weiteres Zeugnis der langen Geschichte dieses Ortes ist.

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